Zwei Pokale für Sebastian Estner

Auf dem Red Bull Ring in Spielberg erwischte Sebastian Estner das bessere Wochenende in der Euroformula Open und fuhr einmal auf das Podest. Bruder Andreas hatte vor allem im zweiten Rennen Pech.



Spielberg/Wall – Es erinnert ein bisschen an die Formel 1: Einer fährt (meist) weit vorneweg, dahinter geht’s eng und spannend zu. In der Königsklasse füllt der Brite Lewis Hamilton die Rolle des Dauersiegers aus, im Euroformula Open der Chinese Yifei Ye. Auch am Red Bull Ring in der Steiermark war der Cryptotower-Pilot unschlagbar. Hinter ihm kämpften dafür gleich mehrere Fahrer um jedes Zehntel.


Im Fall der Waller Brüder Andreas und Sebastian Estner ging es sogar um jedes Tausendstel. Im zweiten Qualifying setzten die beiden Van-Amersfoort-Fahrer exakt die gleiche Zeit: 1.22,697 Minuten. Am Ende startete Sebastian Estner von Platz zwei, Andreas von drei: Sebastian hatte seine schnellste Runde als Erster gefahren. Und auch sonst hatte in Österreich der jüngere der beiden Brüder die Nase vorn.

Zuerst aber sah es alles andere als rosig für ihn aus. Weil er bei seiner schnellsten Runde im Qualifying zu weit über die Randsteine hinausgeschossen war, wurde ihm seine Bestzeit von der Rennleitung aberkannt. Dies hätte bedeutet, dass er nur von Startplatz neun aus hätte ins Rennen gehen können. Doch die Sportkommissare zogen ihre Entscheidung zurück, und Sebastian Estner reihte sich auf Rang drei in der Startaufstellung ein – vor seinem Bruder Andreas.


Sebastian Estner kurz in Führung

Das erste Rennen vom Samstag ist schnell erzählt: Ye stürmte vorne weg, Manuel Maldonado und die Estner-Brüder sicherten ihre Plätze. Sebastian fuhr zum zweiten Mal in dieser Saison aufs Podium und durfte zudem den Pokal des Rookie-Siegers in die Luft recken.

Aufregend verlief der Sonntag. Nach der Zeitenschlacht zwischen den Estner-Brüdern im Qualifying schaffte Sebastian im Rennen eine kleine Sensation: Er überraschte Pole-Mann Ye mit einem Angriff in Kurve eins und ging in Führung. Die hielt aber nur eine halbe Runde lang. In Kurve drei bremste Ye Estner wieder aus. Für den Waller kam es noch schlimmer: Er musste auch Maldonado, Niklas Krütten und Ido Cohen ziehen lassen. Letzterer kam später von der Strecke ab, sodass Sebastian auf Platz vier ins Ziel kam. Sein Bruder Andreas musste das alles von der Box aus beobachten: Er war nach einer Berührung bereits in der ersten Runde ausgeschieden.


WM-Stand gesamt 1. Yifei Ye 153 2. Andreas Estner 75 5. Sebastian Estner 52


Der Blick auf die Meisterschaftswertung stimmt die Waller Brüder aber zufrieden. Andreas bleibt Zweiter, Sebastian Fünfter. Bei den Rookies ist Sebastian punktgleich mit dem Führenden Krütten. Die gute Nachricht: Ye taucht hier nicht auf.


Text: Sebastian Grauvogl

Miesbacher Merkur

© 2019 Estner Racing Tegernsee

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